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Regelenergie

regelenergie-regelleistung-solarlexikonRegelenergie, auch Regelleistung genannt, gleicht Schwankungen auf dem Strommarkt aus. Diese kommen zum Beispiel durch die oft nicht genau prognostizierbare, unregelmäßige Einspeisung von erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind zustande. Der Strombedarf kann aber auch durch das An-und Abschalten schwerer Maschinen in Industriebetrieben schwanken. In großen Versorgungsnetzen gleichen sich Schwankungen insgesamt recht gut aus, dennoch besteht immer ein gewisses Risiko dafür. Um das Stromsystem stabil zu halten – das heißt, einen Wert von 50 Hertz aufrecht zu erhalten – werden auftretende Schwankungen durch Regelenergie ausgeglichen. Diese wird vorwiegend von Großkraftwerken bereitgestellt.

Den Netzbetreibern stehen drei Regelenergiearten zur Verfügung:

Primärregelenergie – zur schnellen Netzstabilisierung innerhalb von 30 Sekunden,
Sekundärregelenergie – muss innerhalb von fünf Minuten zur Verfügung stehen,
Minutenreserve – zur Ablösung der Sekundärregelenergie, Vorlaufzeit von bis zu siebeneinhalb Minuten, wird mindestens 15 Minuten lang in konstanter Höhe benötigt und
Stundenreserve – löst die Minutenreserve ab, wird aber nicht am Regelenergiemarkt ausgeschrieben.

Der voraussichtliche Bedarf an Regelleistung wird nach wahrscheinlichkeitstheoretischen Modellen ermittelt: Im Bereich Wind beispielsweise sind Schwankungen bis zu einer Stunde im Voraus gut prognostizierbar. Das reicht aus, um den Einsatzplan anderer Kraftwerke entsprechend anzupassen.

Wird eine erhöhte Nachfrage bei nicht ausreichend vorhandenem Strom im Netz durch Einspeisung ausgeglichen, bezeichnet man dies als positive Regelenergie. Von negativer Regelenergie spricht man hingegen, wenn ein Überangebot an Strom besteht. Dabei muss überschüssiger Strom aus dem Netz entnommen werden, zum Beispiel durch Speicherung oder eine Herunterregelung von Kraftwerken.

Regelenergie wird öffentlich ausgeschrieben

Alle Stromerzeuger in Deutschland müssen zu jedem Zeitpunkt zwischen 4.500 und 6.000 Megawatt positiver und negativer Regelenergie bereitstellen. Diese Kapazität wird am Regelenergiemarkt über eine Internetplattform ausgeschrieben. Die Primär- und Sekundärregelreserve  erfolgt im monatlichen Rhythmus, während die Minutenreserve täglich ausgeschrieben wird.

Ein Großteil der Regelleistung wird durch die großen Übertragungsnetzbetreiber über angeschlossene Stromkonzerne bereitgestellt, doch vor allem bei der Minuten- und der Sekundärreserve werden Kleinanlagen zunehmend wichtiger.

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Anbieter von Regelenergie lassen ihre Anlage normal laufen und sind über eine Kommunikationseinheit an den Regelenergiemarkt angeschlossen. Allein für ihre Absicht, Regelleistung bereitzustellen, erhalten sie eine Vergütung. Die Höhe bemisst sich nach der maximalen Höhe der Bereitstellung. Im Einsatzfall erhalten sie eine zusätzliche Vergütung. Beide Vergütungen sind Marktschwankungen unterworfen, sie liegen jedoch über dem Preis für regulären Strom an der Strombörse. Die entstehenden Kosten werden über die Netznutzungsentgelte und über den Ausgleichsenergiemechanismus gedeckt. Stromkunden zahlen somit für die Garantie einer unterbrechungsfreien Stromversorgung.

Bildquelle: © Timo Klostermeier / pixelio – http://www.pixelio.de


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