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Hochlastzeitfenster

hochlastzeitfenster-solarlexikon-energyloadHochlastzeitfenster sind Zeitfenster, in der das Netz in der Spannungsebene, an die ein Stromkunde angeschlossen ist, besonders stark ausgelastet ist.

Die Energiewende bringt grundlegende Veränderungen innerhalb des Energiemarktes mit sich. Eine zentrale Rolle für die Netzstabilisierung kommt der Optimierung der Netzauslastung zu. Eine Maßnahme zur Optimierung ist, Großverbrauchern ein vermindertes Netzentgelt zu berechnen, wenn diese durch die sogenannte atypische Netznutzung das Stromnetz entlasten – das heißt, zu bestimmten Spitzenlastzeiten weniger Strom verbrauchen (Lastmanagement).  Diese Verbraucher können laut § 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung ein vermindertes Netzentgelt mit dem Netzbetreiber vereinbaren, wenn ihr Höchstlastbeitrag voraussehbar stark von der zeitgleichen Jahreshöchstlast der Entnahmen aus dieser Netz- oder Umspannebene im festgelegten Hochlastzeitfenster abweicht. Der Netzbetreiber kann netzentlastendes Verbrauchsverhalten somit honorieren. Das geringere Entgelt muss dabei mindestens 20 Prozent des normalen Entgeltes betragen. Diese Regelung führt dazu, dass durch die Abweichung der individuellen Höchstlast von der Höchstlast im Netz das Stromnetz entlastet wird, da es aufgrund der vorhersehbaren Entlastung auf eine niedrigere Höchstlast ausgelegt werden kann.

Die zwischen Netznutzer und Netzbetreiber getroffene Vereinbarung über das verringerte Netzentgelt muss von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Die anhand der Prognose zu erwartende Entgeltreduzierung muss dabei mindestens 500 Euro betragen.

Erheblichkeitsschwelle

Voraussetzung für ein vermindertes Netzentgelt ist eine ausreichend große Differenz zwischen der Höchstlast des Verbrauchers innerhalb des Hochlastzeitfensters und seiner absoluten Jahreshöchstlast. Dazu sind entsprechende prozentuale Mindestabstände (Erheblichkeitsschwellen) einzuhalten, die abhängig sind von der jeweiligen Netzebene. Eine weitere Voraussetzung ist ein Mindestverlagerungspotential von 100 kW. Dieser sogenannte Erheblichkeitsabstand stellt die Differenz zwischen der höchsten Last des Verbrauchers innerhalb des Hochlastzeitfensters und seiner absoluten Jahreshöchstlast dar.

Hochlastzeitfenster werden vom Netzbetreiber festgelegt, sie sind das wichtigste Element bei der Berechnung der individuellen Netzentgelte. Das genaue Berechnungsverfahren wird dabei von der Bundesnetzagentur festgelegt. Die Ermittlung der Hochlastzeitfenster wird für jeden Netzbetreiber und für jede Netz- oder Umspannebene individuell durchgeführt. Dabei ist immer die Entnahmeebene relevant, aus der der Verbraucher den Strom entnimmt. Die Datenbasis zur Festlegung der Hochlastzeitfenster bilden die Monate September-Dezember des Vor-Vor-Jahres und die Monate Januar-August des dem Genehmigungszeitraum vorausgegangenen Kalenderjahres. Netzbetreiber müssen die entsprechenden Hochlastzeitfenster spätestens zum 31. Oktober eines Jahres veröffentlichen. Sie gelten ausschließlich an Werktagen. Wochenenden, Feiertage und maximal ein Brückentag sowie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gelten als Nebenzeiten, da der Eintritt der zeitgleichen Jahreshöchstlast an diesen Tagen nicht zu erwarten ist.

Bildquelle: © Kurt Michel / pixelio – www.pixelio.de

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