Ölpreise im Sinkflug – Fluch oder Segen für Erneuerbare Energien?

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oelpreise-sinkflug-erneuerbare-energienMomentan sinken die Weltmarktpreise für Rohöl. Gleichzeitig werden rund 5 Billionen US-Dollar für Investitionen für den Ausbau der erneuerbaren Energie investiert. Nach Aussage der Internationalen Energieagentur (IEA) sind es insbesondere die Länder USA, China, Japan und die EU, die innerhalb der nächsten 10 Jahre strikte Grenzen für die Treibhausgase einhalten und ebenso alternative Energien anstelle von fossilen Brennstoffen fördern. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass die fossile Industriekultur Öl für ihr reibungsloses Funktionieren benötigt. Sollte also die industrielle Basis schrumpfen, würde auch der Bedarf nach Öl sinken. Hiervon wären ganze Industriezweige und viele Millionen Arbeitsplätze betroffen.

Erneuerbare Energien im Aufschwung

Nach einer Datenerhebung von Bloomberg werden in diesem Jahr etwa 250 Milliarden US-Dollar in Wind-, Sonnen-, Erdwärme- und andere erneuerbare Energien investiert. Generell werden erneuerbare Energien von der Politik unterstützt. Dies wird sich auch nicht ändern, wenn die Preise für Rohöl noch tiefer fallen. Jedoch kann sich der niedrige Ölpreis massiv auf die Wirtschaft auswirken. Bleibt das Öl längere Zeit auf dem derzeitigen Niveau, kann sich dies letztlich auch auf die Zuwendungen für die erneuerbaren Energien auswirken. So hat die chinesische Regierung den bisher größten Markt für Wind- und Sonnenenergie in China unterstützt. Lin Boqiang, Direktor des Energiewirtschaftlichen Forschungszentrums an der Universität Xiamen, erklärt die Situation in China und weist darauf hin, dass ein gleich bleibender niedriger Ölpreis, der sich bis zur ersten Hälfte des kommenden Jahres hält, massive Auswirkungen auf den Ausbau von erneuerbaren Energien haben würde.

Öl soll nach wie vor verstärkt gefördert werden

Nach der OPEC, der Organisation Erdöl-exportierender Länder, hatte der Ölpreis nunmehr ein Fünfjahrestief erreicht. Dennoch möchte man nicht auf die angestrebten Produktionsziele und Fördermengen verzichten. Interessant ist auch, dass auf einer Tagung der Vereinten Nationen, bei der Gesandte aus mehr als 190 Nationen teilgenommen haben, kein Wort über eine mögliche Erderwärmung oder eine politische Unterstützung zur Verminderung der Emissionen verloren wurde. Christiana Figueres, Exekutivsekretärin des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen teilte mit, dass es durchaus üblich ist, dass Ölpreise nach oben oder unten schwanken. Sie stellt klar, dass die Unberechenbarkeit des Ölpreises ja auch einer der Gründe ist, warum man auf erneuerbare Energie setzt. Auch in den USA setzt man auf eine kohlenstoffarme Zukunft und wird die Politik wegen sinkender Ölpreise nicht ändern. Viele Staaten sehen einen hohen Bedarf an ein gesundes Klima und Sicherheit bei der Energieversorgung. Die erneuerbaren Energien sind die Lösung für den Klimawandel.

Die IEA in Brüssel berücksichtigt neben erneuerbaren Energien auch das Öl

Nach der ersten Ölkrise wurde in Brüssel die IEA als beratende Institution für die Energiepolitik im Jahr 1973 gegründet. Maria van der Hoeven, Exekutivdirektorin der IEA, teilte diesbezüglich mit, dass nach wie vor fossile Brennstoffe einen wichtigen Beitrag unserer täglichen Energieversorgung darstellen. Von daher sei es auch nicht unschädlich, von niedrigen Ölpreisen zu profitieren.

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Momentan erreichen die erneuerbaren Energien in der weltweiten Energieversorgung nur einen Anteil von etwa 5%. Jedoch teilt Sie auch die Überzeugung, dass man mit der Förderung der Erneuerbaren und dem Ziel, bis zum Jahr 2040 eine 12prozentige Energieabdeckung zu erreichen, auf dem richtigen Weg sei. Andere Studien der IEA gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 bis zu 80% des Stroms aus erneuerbaren Energien geliefert werden. Nach Zahlen der Bloomberg New Energy Finance werden bis zum Jahr 2040 fast 3 Billionen  US-Dollar in erneuerbare Energien investiert, dagegen 1,5 Billionen US-Dollar für den Ausbau und Wartung fossil-befeuerter Kraftwerke. Die IEA fordert auch höhere Emissionspreise, damit diese Erträge in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert werden können.

Bildquelle: © Manfred Mazi / pixelio – www.pixelio.de

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