Stromquellen für die Elektromobilität: die Konzepte von Beta.ray

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elektromobilität-beta-rayDie Elektromobilität ist ohne Strom aus regenerativen Quellen kaum denkbar und würde ansonsten auch keinen Sinn ergeben. André Brößel hat als Architekt eine Lösung gefunden, mit der sich Elektroautos sogar mit Mondlicht betanken lassen.

Die Zukunft steckt in einer Glaskugel

Als Lösung für einen innovativen Stromlieferanten hat sich ausgerechnet eine Glaskugel erwiesen. Die Kugel ist mit destilliertem Wasser gefüllt und kann die Lichtstrahlen so bündeln, dass sich hieraus die gewonnene Energie in Strom umwandeln lässt. Das Verfahren ist denkbar einfach. Hierauf muss man erst einmal kommen. André Brößel, Architekt mit Hauptsitz in Barcelona, hat mit dieser Idee das Energiegewinnungssystem Beta.ray gegründet. Diese Stromlösung will er mit seiner Firma Rawlemon vermarkten. Das Interessante ist, dass dieses System rund um die Uhr Öko-Strom erzeugen kann.

Stromgewinnung bei Tag und bei Nacht

Die verwendeten Glaskugeln sind in Durchmessern von 1,0 m und 1,8 m erhältlich. Die Lichtstrahlen im Brennpunkt dieser Kugel werden bis um das 20.000-fache verstärkt. Dieses Licht wird über Photovoltaikzellen und wärmeabsorbierenden Mini-Generatoren in elektrischen Strom verwandelt. Die eigentliche Idee hat Brößel seiner Tochter zu verdanken, die am Frühstückstisch eine Glasmurmel in den Eierbecher legte. Brößel konnte beobachten, wie der Brennpunkt durch den Eierbecher wanderte. Somit war die Firma Rawlemon geboren. Das eigentliche Produkt Beta.ray besitzt eine Höhe von knapp zwei Metern und sieht nicht nur dekorativ aus, sondern ist auch gleichzeitig äußerst effizient. Herkömmliche Solarzellen haben einen Wirkungsgrad von 17% bis 20%. Somit wird nur ein Fünftel des Sonnenlichtes in Strom umgewandelt. Unter Laborbedingungen erreicht die Glaskugel einen Wirkungsgrad von 44,7%.

Mit Glaskugelkollektoren einen Wirkungsgrad von 50% und mehr erreichen

Interessant ist, dass diese neue Anlage auf einer Fläche von 50 x 50 cm so viel Strom erzeugen kann, wie eine große Photovoltaikanlage auf einem Quadratmeter. Somit lässt sich eine viermal höhere Effektivität erzielen. Eine wichtige Entdeckung war das sogenannte Microtracking. Diese Technik sorgt dafür, dass sich die Photovoltaikmodule und Generatoren immer automatisch im optimalen Winkel zum einfallenden Licht ausrichten. Hierdurch funktionieren die neuen Kollektoren sogar bei sehr diffusem Licht und sogar bei Mondschein. Nachts wird aus der Solarenergie dann eine sogenannte Lunarenergie. Dieser Mondstrom könnte des Nachts konstant und mit gutem Wirkungsgrad produziert werden.

Deutsche Photovoltaikanbieter sehen den Erfolg noch nicht

Bekannte Photovoltaikanbieter möchten sich noch nicht darüber äußern, ob durch die Beta.ray-Kugel die Solartechnik revolutioniert wird. Hier wird mitgeteilt, dass auch die aktuelle Technik noch so viel Potential besitze, das eine Kugellösung eigentlich nicht notwendig sei. Von enormer Bedeutung sei jedoch die kostengünstige Lademöglichkeit von Elektrofahrzeugen in der Nacht. Recht praktisch ist zudem, dass überschüssige Energie bequem in einem Akku abgespeichert werden kann. Vorteilhaft sei weiterhin, dass sich die Solarkugel einfach und billig produzieren lässt. Das gesamte Kollektorsystem wird von Rawlemon für umgerechnet 4.200 Euro angeboten.

Steigen die Automobilhersteller ein, dann kann der Preis sogar noch sinken

Brößel teilte mit, dass zwischenzeitlich Gespräche mit zwei großen Automobilherstellern geführt werden. Bei einer Partnerschaft könnte der Verkaufspreis noch weiter sinken. Einer der Interessenten ist VW. Wenn eine Unterstützung durch die Automobilindustrie erfolgen sollte, dann könnten Rawlemon noch in diesem Jahr eine E-Auto-Ladestation präsentieren.

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Die Kollektorkugeln sind in allen Größenordnungen erhältlich

Die große Beta.ray-Kugel mit einem Durchmesser von 180 cm erzeugt an einem normalen Tag rund 6 kWh Strom. Ein Vergleich zeigt, dass 8 m² Photovoltaikmodule auf einem Dach täglich nur 2,5 bis 3 kWh erzeugen. Mit der großen Beta.ray-Kugel müsst der neue VW E-Golf mit 26,5 kWh Akkukapazität oder der BMW i3 mit 18,8 kWh Akkukapazität mehrere Tage angeschlossen werden, um eine leere Batterie wieder voll aufzuladen.

Die Serienfertigung ist angelaufen

Rawlemon hat mit der Serienproduktion des Kugelkraftwerkes schon begonnen. Die in Barcelona ansässige Firma möchte ganze Gebäudefronten hiermit ausstatten. Auf der einen Seite würden die Kugeln Strom erzeugen, auf der anderen könnten sie das Haus kühlen, da 75% der Wärmestrahlung abgefangen wird. Im Herbst 2014 kommt eine Mini-Version des Beta.ray auf den Markt. Mit der Größe einer Wahrsagekugel ist dieses Modell in der Lage mit Sonnen- und Mondenergie ein Smartphone aufzuladen.

Bildquelle: © Helmut Brunken / pixelio – www.pixelio.de

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