Mit parkenden Elektroautos Geld verdienen?

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parkende-elektroautos-batterie-geldEin neues Experiment zur Energiewende: Grünen Strom auf dem Parkplatz verkaufen:

Elektroautos sollen zukünftig nicht nur mit grünem Strom die Menschen durch die Städte befördern, sondern beim Parken zu einem zentralen Baustein der Energiewende werden. Zielgedanke ist, dass in den Zeiten, in denen Solar- und Windkraftanlagen viel Strom produzieren, Elektroautos an den Ladesäulen aufgeladen werden, und in Phasen, in denen die Versorgung knapp wird, das Elektroauto seinen nicht benötigten Strom wieder an das Netz zurückspeist.

Diese Vision hat der Energiedienstleister Lichtblick. In Verbindung mit einer innovativen Computersteuerung können irgendwann einmal viele Elektroautos als riesiger Stromspeicher fungieren.

Die Besonderheiten bei einem Elektroauto als Stromspeicher

Solar- und Windkraftanlagen sichern die Stromversorgung, wobei ein großer Anteil jedoch stark schwankt. Mithilfe der Autobatterien der Elektroautos wäre eine Netzstabilisierung möglich. Das Schöne daran ist, dass die Besitzer von Elektroautos beim Parken Geld verdienen können. Sie tanken in der Zeit große Mengen Strom, wenn dieser günstig zur Verfügung steht, und können diesen in Zeiten der Knappheit wieder verkaufen.

In Berlin soll diesbezüglich ein Experiment mit 2×20 Haushalten durchgeführt werden. Hierbei soll das System auf seine Alltagstauglichkeit getestet werden.

Erfahrungen der Testkandidatin Daniela Buchwald

Daniela Buchwald erhält als Testwagen einen VW E-up. Auf dem Parkplatz ihres Arbeitgebers befinden sich zwei Ladesäulen für Elektroautos. An einer der Ladesäulen schließt Frau Buchwald ihr Elektroauto zum Laden an. Die Fahrzeugbatterie ist nun an dem Stromkreislauf angeschlossen und kann entweder aufgeladen werden oder seine Energie wieder in das Netz zurückspeisen. Auf dem iPhone überprüft Frau Buchwald über eine spezielle Lichtbild-App den aktuellen Akkustand. Sie ist zur Arbeit 25 km gefahren. Durch Nutzung der elektrischen Verbraucher im Fahrzeug sind von den möglichen 160 km nur noch 112 km übrig geblieben.

Sie selbst teilt mit, dass diese Schwankungen einen ganz schön nervös machen können. Stromsparen kann man auf mehrere Arten, beispielsweise indem man langsamer fährt, den Energiesparmodus einschaltet und die Heizung ausschaltet. Befindet sich der VW E-up an der Ladesäule, erhöht sich seine Reichweite jede halbe Stunde um 50 km.

Daniela Buchwald ist von ihrem Elektroauto überzeugt, da es nicht nur lautlos ist, sondern beim Anfahren an der Ampel die meisten anderen Verkehrsteilnehmer abhängt. Da sie eine geregelte Arbeitszeit hat, sind auch im Wochenplaner der App alle Fahrten fest gespeichert. Die Software gleicht die Leistung der Autobatterie mit dem Ladestrom ab. So bleibt auch immer noch genügend Energie, um beispielsweise in den Supermarkt oder zum Arzt zu fahren. Auf den Parkplätzen mit den Ladesäulen hat Frau Buchwald die Möglichkeit, bis auf 10% Restakkuleistung den kompletten Strom wieder an das Netz zurück zu speisen.

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In dem knapp vier Monate dauernden Experiment hat Daniela Buchwald zwar nur 15 € für den Strom verdient, konnte jedoch in dieser Zeit ihre herkömmlichen Tankkosten halbieren. Zudem hat Lichtblick die Prämie für den verkauften Strom zunächst auch sehr niedrig angesetzt und erst später erhöht.

Der von allen 20 Teilnehmern eingespeiste Strom betrug etwa 12 MWh. Damit können ein Jahr lang drei Drei-Personenhaushalte mit Strom versorgt werden. Die Autobatterien werden direkt von Hamburg aus gesteuert. Hier befindet sich auch die Zentrale von Lichtblick. Über die Software „Schwarm-Dirigenten“ können aber nicht nur 20 VW E-up verwaltet werden, sondern 1 Millionen Elektroautos gleichzeitig. Dies würde einen Riesenspeicher von 7 GW ergeben. Man darf letztlich gespannt sein, wohin die Entwicklung gehen wird und ob sich dieses Modell durchsetzen wird.

Bildquelle: © energyload.eu


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