Deutsche Photovoltaikhersteller profitieren von Investitionen in Asien: Der Ausbau der Produktionskapazitäten dort sorgt für volle Auftragsbücher bei deutschen Zulieferern. Asiatische Hersteller steigern ihre Produktionskapazitäten vor allem im Bereich der kristallinen Zellen und der Dünnschichttechnologie, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Im zweiten Quartal 2017 machten die deutschen Photovoltaikzulieferer nur noch 5 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland.

Das Hauptgeschäft wird in Asien gemacht

Die Umsätze im zweiten Quartal stiegen gegenüber dem ersten Quartal 2017 um 51 Prozent, gleichzeitig gingen die neuen Auftragseingänge jedoch zurück. Die Auftragsbücher der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Solarindustrie seien jedoch gut gefüllt, im zweiten Quartal 2017 wurde ein Verhältnis von Bestellungen zu ausgelieferten Anlagen („Book-to-Bill“) von 1,3 erreicht, teilte der VDMA mit. Der größte Teil der Aufträge kommt aus Ostasien, mit China als umsatzstärkstem Markt. Insgesamt 72 Prozent der Aufträge stammen aus dieser Region, zu der auch Taiwan, Japan, Korea und Indien gehören. Weitere 12 Prozent entfallen auf andere asiatische Länder wie Malaysia und Vietnam. Die Vereinigten Staaten kamen ebenfalls auf 12 Prozent, weitere 11 Prozent ihrer Umsätze erzielten die deutschen Zulieferer in Europa. Auf Deutschland entfallen demnach nur noch 5 Prozent des Gesamtumsatzes.

„Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten hält an, die Produktion ist ausgelastet. Jedoch wirken sich die niedrigen Preise negativ auf die Umsätze aus. Neue Aufträge kamen verstärkt für PERC und Black Silicon Anlagen im kristallinen Silizium sowie aus dem Dünnschichtbereich. Die vollen Auftragsbücher sind ein klares Zeichen, dass man global weiterhin und ungebremst auf Technologie und Maschinen Made in Germany setzt. Dies sichert Arbeitsplätze in der Solarindustrie in Deutschland“, erklärte Dr. Peter Fath, Vorstandsvorsitzender von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Deutsche Produktionslösungen für Dünnschichttechnologie sind besonders gefragt

Das umsatzstärkste Segment war im zweiten Quartal mit 59 Prozent das Produktionsequipment für die Zelle, an zweiter Stelle folgten Produktionslösungen für die Dünnschicht-Photovoltaik mit 24 Prozent. Gerade in diesem Segment würden viele Produktionslösungen aus Deutschland bezogen, so der VDMA.

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Quellen / Weiterlesen:
Deutsche Photovoltaik-Zulieferer mit Rekordexportquote von 97 Prozent | pv magazine
VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel: Asien sorgt für kräftiges Umsatzwachstum | VDMA
Bildquelle: flickrThomas Totz


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1 KOMMENTAR

  1. War doch klar. Die Energiewende ist in Deutschland doch völlig verkrüppelt worden. Während hier Erzeuger umweltfreundlichen Stroms jedes Jahr teilweise zweimal eine Reduzierung der Erlöse hinnehmen mussten, soll in England (Hinkley II) Atomstrom nicht nur doppelt so teuer sein wie Windstrom, sondern auch noch mit der Inflation jährlich teurer werden.

    PLUS die Versicherungskosten, die kein Unternehmen zu annehmbaren Prämien tragen möchte. Also wieder der Steuerzahler. Frei nach FDP-Neoliberalismus: Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.

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