Elektromobilität in den USA: Baurecht in Denver macht Elektroauto-Anschluss verpflichtend 

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denver-elektroauto-anschluss-verpflichtendDie Stadt Denver hat eine Änderung im Baurecht beschlossen: Schon beim Bau von neuen Ein- und Zweifamilienhäuser müssen elektrische Leitungen in die dazugehörigen Garagen gelegt werden, um das Laden von Elektroautos dort zu ermöglichen. Zumindest müssen entsprechende Kabelschächte vorhanden sein, durch die die Stromkabel bei Bedarf gelegt werden können. Damit müssten Hausbesitzer, die ein Elektroauto kaufen, keine Wände mehr durchbrechen. Sie könnten die benötigten Kabel für ihre Ladestation schnell, einfach und kostengünstig verlegen.

Die Maßnahme ist Teil einer Reihe von größeren Änderungen im Baurecht, die der Stadtrat von Denver Anfang März verabschiedet hat. Unter anderem soll die Renovierung älterer Gebäude im Vergleich zum kompletten Abriss kostengünstiger werden. Mit den Änderungen sollen Neubauten insgesamt sicherer und bis zu 25 Prozent energieeffizienter werden. Interessantes Detail: Zu Eigenheimen gehörige Garagen, Gästehäuser oder andere Nebengebäude müssen jetzt an den Hauptstromzähler des Hauptgebäudes angeschlossen sein. Damit soll unter anderem der illegale Anbau von Cannabis erschwert werden.

Gegenwehr von Bauunternehmern

Hausbauunternehmen hatten sich zunächst wegen der zusätzlichen Kosten gegen die Pflicht zur Installation der Kabel ausgesprochen. Nach Ansicht von Mike Salisbury von der Organisation „Southwest Energy Efficiency Project“, die sich für die Neuregelung eingesetzt hat, sind diese Kosten jedoch im Vergleich zu den Gesamtkosten eines Hauses vernachlässigbar und würden maximal 200 bis 300 Dollar betragen.

Vor Denver haben bereits andere amerikanische und auch kanadische Städte ähnliche Anforderungen per Gesetz festgeschrieben, darunter Vancouver, Los Angeles und andere Städte in Kalifornien. Auch dort soll Besitzern von Elektroautos das Laden zuhause erleichtert werden. In Denver werden die Änderungen in 6 Monaten verpflichtend.

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Elektromobilität kommt in den USA nicht voran

In den USA verkaufen sich Elektroautos trotz gewährter Steuererleichterungen bisher nur schleppend und machen weniger als 0,5 Prozent aller seit 2011 in den USA verkauften Autos aus. Der Anteil an Hybridfahrzeugen ging im Jahr 2015 um 15 Prozent zurück, während die Verkaufszahlen reiner Elektroautos stagnierten. Grund dafür sind hauptsächlich die hohen Kosten: Wegen des niedrigen Ölpreises ist der Erwerb und Betrieb eines Elektroautos unattraktiv. Ein weiteres Problem ist die unzureichende öffentliche Ladeinfrastruktur in den USA, die potentielle Käufer abschreckt, was wiederum den Ausbau des Ladenetzes verlangsamt.

Quellen / Weiterlesen:
Denver’s new building code requires garages to support electric vehicles – The Denver Post
Denver Rigs Housing Codes To Get Motorists Into Electric Cars – The Daily Caller
Bildquelle: © Felix Hoffmann / pixelio – www.pixelio.de

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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