Faktencheck Elektromobilität des KliEn Österreich

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elektromobilitaet-klien-oesterreichDer Klima- und Energiefonds Österreich (KliEn) präsentiert den Faktencheck E-Mobilität:

Nachdem die Feinstaubdiskussion bei Dieselantrieben die Diskussion um nachhaltige Mobilität angeheizt und eine schwedische Metastudie der batteriebetriebenen Elektromobilität ein vermeintlich schlechtes Zeugnis ausgestellt hat, meldet sich der österreichische Klima- und Energiefonds mit einer Informationsoffensive zum Thema E-Mobilität zu Wort.

Gemeinsam mit dem VCÖ – „Mobilität mit Zukunft“ wurde an einem Faktencheck gearbeitet. Dieser behandelt die folgenden Subthemen in 10 Fragestellungen zur Elektromobilität:

  • Klimaentlastung, Ökobilanz und Kosten von Elektroautos für Private und Organisationen
  • Strombedarf, Reichweite, Akkutechnologie und Ladedauer
  • Sicherheit und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit.

Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr steigen

Der Verkehrssektor (ohne Flugverkehr) macht in Österreich einen Anteil von 28% der Treibhausgasemissionen aus.  Er ist in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 8% gewachsen. Zwar beträgt der Anteil des Verkehrssektors weltweit nur 12%. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung von Schwellenländern und dem damit einhergehenden Appetit nach motobetriebenem Individualverkehr wird dieser Anteil sehr wahrscheinlich steigen. Zwar wäre es utopisch, der Elektromobilität zu unterstellen, 100% klimaneutral zu sein (graue Energie zur Fahrzeug- und zur Stromherstellung), aber durch den Umstieg auf die E-Mobilität verursacht sie 70-90% weniger Treibhausgasemissionen als fossil betriebene Fahrzeuge.

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Quelle: Klima und Energiefonds

Der Umstieg passiert nicht von heute auf morgen

Annahme: „Stellen Sie sich vor, morgen würden nur noch Elektroautos unterwegs sein – wir müssten Atomkraftwerke hochfahren, um den ganzen Strombedarf zu decken, oder?“

Nein, so der KliEn. Würden in Österreich von heute auf morgen 1 Mio. Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein, stiege der Strombedarf von seinem derzeitigen Level um 3,6%. Bei 5 Mio. PKW wären es 18%. Einer Studie der Technischen Universität Wien zu Folge wäre jedoch bis zum Jahr 2030 eine 100% Abdeckung des österreichischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie möglich. Dabei könnten auch die Akkus der E-PKW eine tragende Rolle spielen.

Mehr Nachfrage führt zu weiteren Technologiesprüngen

Obwohl ein Großteil der täglichen Fahrten mit dem PKW deutlich kürzer als 50 Kilometer weit sind, ist das Thema Reichweite bzw. Ladedauer vieldiskutiert. Die Reichweiten der derzeit verfügbaren Elektroautos liegen in der Praxis zwischen 170 und 420 Kilometern. Damit könnte ein Großteil der PKW Fahrer gut zurechtkommen. Das Aufladen unterwegs ist bei hohen Ladeleistungen von bis zu 50k W in knapp einer halben Stunde möglich. Zu Hause an der Netzsteckdose kann es bei einem PKW mit 27 kWh Speichertiefe jedoch bis zu 12 Stunden dauern. Fahrten, insbesondere längere, weit über 200 Kilometern, müssen insofern mit Bedacht auf die Ladeinfrastruktur geplant werden. Noch, denn die Reichweiten werden immer größer dank besserer Technologien.

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Quelle: Klima und Energiefonds

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Erhöhte Nachfrage führt zu Economies-of-Scale bei den Akkus

Einen wesentlichen Kostenfaktor bei Elektroautos machen Lithium-Akkus mit einer hohen Energiedichte und wenig Gewicht aus. Die Preise für Lithium-Ionen-Akkus sind in den letzten 5 Jahren um zwei Drittel gesunken. Betrachtet man die Kombination aus Anschaffungs- und Betriebskosten, auch Total-Costs-of-Ownership genannt, so kompensieren Elektroautos die höheren Anschaffungskosten durch deutlich geringer Betriebskosten und Abgaben.

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Quelle: Klima und Energiefonds

Hinzu kommt, dass auf Akkus, die nicht mehr genügend Leistung für die E-Mobilität erbringen können, ein „zweites Leben“ (second Life) als stationäre Akkus, wie zum Beispiel in Stromspeichern für PV-Anlagen oder Regelenergiekraftwerken, wartet. Das reduziert wiederum die Gesamtkosten und erhöht den Klimavorteil.

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Quelle: Klima und Energiefonds

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Lukrative Förderungen für Betriebe und Gemeinden bei der Anschaffung eines Elektroautos

Die Total-Costs-of-Ownership können für Unternehmer nochmals deutlich geringer werden. Neben dem Anschaffungsbonus, der bis Ende 2018 gewährt wird, und der Vorsteuerabzugsfähigkeit seit dem Jahr 2016, entfallen die folgenden, für fossile Autofahrer verpflichtenden Kosten:

  • Normverbrauchsabgabe von bis zu 32% der Anschaffungskosten
  • Keine motorbezogene Versicherungssteuer
  • Sachbezug bei den Lohnebenkosten für Arbeitnehmer.
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Quelle: Klima und Energiefonds

3-fache Vorteile der E-Mobilität

Die Anschaffung eines Elektroautos birgt somit nicht nur für die Umwelt deutliche Vorteile: dank geringerer Treibhausgasemissionen tragen strombetriebene Fahrzeuge zu einer deutlichen Verbesserung der Klimabilanz bei. Für Unternehmer und Private gibt es starke finanzielle Anreize zum Kauf eines E-Fahrzeuges. Durch Förderungen und Entlastungen bei der Anschaffung und geringeren Betriebskosten und Abgaben liegen die Total-Costs-of-Ownership bei Elektroautos signifikant unter jenen von fossil betriebenen PKW.

Und zuletzt profitiert auch der Produktionssektor von der Mobilitätswende: die globale Wertschöpfung bei der Fahrzeugproduktion soll bis 2030 um rund 60% wachsen, mit deutlichen Verschiebungen bei den einzelnen Zuliefer-Komponenten. Dies kann zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich und in Deutschland schaffen, wie Untersuchungen belegen. Außerdem bleibt das Geld für den Energieträger Strom vorwiegend in den Produktionsländern und fließt somit seltener in erdölexportierende Länder ab.

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Quelle / Weiterlesen:
Faktencheck E-Mobilität: E-Autos schonen Umwelt und Geldbörse | Klima- und Energiefonds
Bildquelle: Pixabay


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1 KOMMENTAR

  1. Na wer sagt´s denn! Kaum rechnet man nicht mit so dümmlichen Szenarien wie „wenn morgen Alle mit eAutos fahren“ oder „wenn alle Chinesen gleichzeitig vom Tisch springen“, schon rechnet sich die eMobilität auch für den Einzelnen.

    Für die Umwelt rechnen sich eAutos bekanntlich schon lange.

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