E-Flugzeuge von Airbus gehen in Serie

0

e-flugzeug-airbus-efanAirbus baut erstes Serien-E-Flugzeug:

Elektroautos und Elektrofahrräder gehören heute zum aktuellen Gesprächsthema. Bei Elektro-Flugzeugen sieht dies jedoch anders aus. Kaum einer kann sich dies so richtig vorstellen. Dennoch soll Ende 2017 das erste rein elektrisch angetriebene Serienflugzeug auf den Markt kommen und in Dienst gehen. Hierzu hat sich der Flugzeugbauer Airbus entschieden. Die Montagelinie ist zunächst für 100 E-Fans ausgelegt, so nennen sich die neuen Flugzeuge. Hergestellt werden die Flugzeuge in der südwestfranzösischen Stadt Pau in Aquitanien.

Airbus möchte den Elektroflug vorantreiben

Jean Botti, Cheftechniker der Airbus-Gruppe teilte mit, dass durch die Serienfertigung des E-Fan der Elektroflug vorangetrieben werden soll. Es sollen Erfahrungen bei der Ausweitung der Technologie auf industrielle Maßstäbe gewonnen werden. Speziell für diese Produktion hat Airbus das hauseigene Unternehmen Voltaire gegründet.

Um was handelt es sich beim E-Fan?

Schon am 11. März 2014 hat ein Prototyp des E-Fan seinen Erstflug erfolgreich absolviert. Das Flugzeug startete von dem Flugplatz Bordeaux-Mérignac in der Nähe der Stadt Pau. Der E-Fan besitzt eine Spannweite von 9,5 m und ist 6,7 m lang. Der Flieger bietet zwei Personen Platz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Beeindruckend ist auch das Gewicht von nur 500 kg.

Der Werksflughafen für dieses Leichtgewicht wird der Flughafen Pau-Pyrenäen sein. Der Flieger ist mit Elektromotoren von jeweils 30 kW ausgestattet, die die Mantelstrompropeller antreiben. Dabei ziehen die Elektromotoren ihren Strom aus hochwertigen Lithium-Ionen-Akkus. Diese sind praktischerweise in den Flügeln untergebracht. Momentan wird hiermit eine Flugzeit von rund 40 Minuten erreicht. Mittlerweile hat der E-Fan bereits den Ärmelkanal überflogen. Airbus ist aber auch an größeren Modellen interessiert. So soll der künftige E-Fan 4.0 neben dem Piloten noch drei weitere Passagiere befördern können. Interessierte europäische Unternehmen investieren in die Entwicklung dieses Flugzeugs bis zur Serienreife nochmals 20 Millionen Euro. Schon jetzt hat Airbus etliche Millionen in dieses Projekt gesteckt. Eine genaue Summe wolle man jedoch nicht nennen.

Die Zukunft – ein Hybridflugzeug mit 100 Sitzplätzen

Unabhängig vom E-Fan hat Airbus mit mehreren Partnern, wie zum Beispiel Siemens als Lieferant für leichte Elektromotoren, ein zweisitziges Hybridflugzeug mit der Bezeichnung DA36 E-Star 2 gebaut. Dieses Flugzeug fliegt mit einem Elektromotor, welcher entweder mit Strom aus Batterien oder mit Sprit betrieben werden kann. Der Elektromotor von Siemens wurde komplett neu entwickelt und erreicht eine Leistung von 65 kW. Der 13 kg schwere Motor reicht als Flugzeugmotor vollkommen aus. Vergleichbare Flugzeugmotoren aus der Industrie sind bis zu fünfmal schwerer. Gemeinsam mit Siemens und anderen Partnern möchte Airbus ein Hybridflugzeug entwickeln, welches 100 Sitzplätze bietet. Es soll weitgehend elektrisch angetrieben werden.

>> Energyload-Newsletter abonnieren und exklusive Rabatte sichern <<

Flugzeugstromer sind auch von der Politik gewünscht

Airbus arbeitet verstärkt an der Entwicklung von Flugzeug-Stromern. Dies sei das Unternehmen auch der Politik schuldig. So sollen nach Vorgaben der Europäischen Union bis zum Jahr 2050 die Flugzeuge durchschnittlich 75% weniger Kohlendioxid ausstoßen als im Jahr 2000. Detlef Müller-Wiesner, der bei Airbus für die Entwicklung von E-Flugzeugen zuständig ist, teilte mit, dass es noch 20 bis 30 Jahre dauern würde, bis große Flugzeuge komplett elektrisch angetrieben würden. Airbus ist jedoch im Zeitplan und hat sein Ziel mit der Entwicklung elektrisch angetriebener Kleinflieger, wie dem E-Fan, schon erreicht.

Auch die NASA entwickelt derzeit Elektroflugzeuge mit der LEAPTech-Technologie.

Bildquelle: © C. Brinkmann 2014 – Airbus


Wir bleiben an dem Thema dran und werden Sie aktuell informieren. Tragen Sie sich hierzu in unseren Newsletter ein

Ihre Meinung zum Thema? Diskutieren Sie mit uns und anderen Lesern in den Kommentaren.

TEILEN
Vorheriger ArtikelGoogle Sidewalk Lab: Smart City Forschung für ein besseres Leben in der Stadt
Nächster ArtikelPreissturz bei Elektrofahrzeugen
Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here