Toshiba hat eine neue Batterie vorgestellt, die dank einer neuen Zusammensetzung ultraschnell geladen werden kann. Ein Elektroauto mit einer 32 kWh-Batterie soll nach einer Schnellladung von nur 6 Minuten wieder 320 Kilometer weit kommen. Ein Ladevorgang würde dann kaum mehr länger dauern als Tanken.

Das Geheimnis ist ein neues Anodenmaterial

toshiba-elektrauto-ladenDer japanische Hersteller hat seine existierende SCiB-Batterie mit Lithiumtitanat-Technologie weiterentwickelt und setzt jetzt ein neues Andodenmaterial aus Titan und Nioboxid ein. Der Konzern hat eine Methode entwickelt, um Kristalle aus Titan-Nioboxid zu synthetisieren und neu anzuordnen. Das Material kann den Angaben zufolge doppelt so viele Lithium-Ionen nach Volumen speichern als Graphit-basiertes Material, das bisher eingesetzt wird. Die neue Zusammensetzung macht es auch viel weniger wahrscheinlich, dass bei schnellem Aufladen bei kalten Temperaturen Lithium-Metall-Ablagerungen an der Anode entstehen, die zum Kapazitätsverlust und zu internen Kurzschlüssen führen, schreibt Toshiba. Die neue Generation der SCiB-Batterie hat außerdem eine doppelt so hohe Energiedichte wie die aktuelle Generation.

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Die Langlebigkeit und Sicherheit der neuen Batterie hat Toshiba bereits anhand eines Prototyps getestet. Dieser wird von Toshiba nun weiterentwickelt und soll 2019 als Serienprodukt auf den Markt kommen. Die neue Batterie soll bereits jetzt auch nach 5.000 Ladezyklen noch über 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität besitzen und ebenso sicher sein wie ihre Vorgänger.

Ein großer Schritt für die Elektromobilität

Wenn die neue Batterie hält, was sie verspricht, wäre das ein großer Schritt hin zu einer größeren Alltagstauglichkeit von E-Mobilen. Mit einer Ladezeit von 6 Minuten in Verbindung mit einer deutlich höheren Reichweite wären Elektroautos zumindest in diesem Punkt endgültig gleichauf mit herkömmlichen Fahrzeugen, auch dann, wenn sie keine besonders großen Batterien an Bord haben. Voraussetzung ist natürlich, dass die entsprechende Schnelllade-Infrastruktur vorhanden ist. An einer Schnellladesäule dauert das Aufladen bisher deutlich länger, etwa 20 bis 30 Minuten. Danach ist ein aktueller Li-Io-Akku wieder zu 80 Prozent gefüllt und kommt dann wieder 150 bis 200 Kilometer weit.

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Quellen / Weiterlesen:
Toshiba Develops Next-Generation Lithium-ion Battery with New Anode Material | Toshiba
Reichweite von 320 km nach Ladezeit von sechs Minuten | elektroniknet.de
Toshiba claims its new electric car battery enables 200 miles of range with a 6-minute charge | electrek
320 Kilometer Reichweite nach sechs Minuten: Toshiba verkündet Batterie-Revolution | Focus
Bildquelle oben: Pixabay
Bilderquelle im Text: Toshiba

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4 KOMMENTARE

  1. Es ist nachwie vor ein enormer Vorteil das Fahrzeug nicht unterwegs laden zu müssen!

    Häusliche und Infrastruktur an Orten an denen man sich sowieso länger aufhält vorausgesetzt.

    Unsere Denke, das Laden muss unterwegs passieren, liegt an der über Jahrzehnte gemachten Erfahrung mit Verbrenner Fahrzeugen.

    Nur auf längeren Strecken wäre das wünschenswert.

    Und es sieht so aus, als wenn auch das hervorragend möglich ist.

    Es sieht sogar so aus, als wenn wir zukünftig auf Autobahnen induktiv laden, während wir unterwegs sind.

    Natürlich ist das Zukunftsmusik,
    aber solche Dinge zu entwickeln macht uns Zukunftsfähig.

    Es macht keinen Sinn ein totes Pferd u reiten,
    das sollte uns klar sein.

    Benzin gab es einmal auch nur in der Apotheke.

    Wäre das so geblieben, dann würden wir heute nicht annähernd Fahrleistungen mit Verbrenner KFZ erleben wie das der Fall ist.

  2. Daran wird sicher gearbeitet. Einige sind unserer Zeit offenbar einige Jahre voraus. Wobei der Bau einer entsprechend leistungsfähigen eZapfe viel einfacher sein wird als der Bau so eines Akkus. Die eigentliche Herausforderung dabei werden die Leitungen sein.

  3. Das ist wunderbar, aber erfordert Ladestationen von mindestens 10-facher Leistung ! Wer baut die ?

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