USA: Model S soll selbstständig gegen einen Anhänger gefahren sein

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tesla-model-s-summon-unfallEin Besitzer vom Tesla Model S aus Utah hat Streit mit Tesla: Er behauptet, sein Auto sei von selbst gegen einen Anhänger gefahren – während das das Fahrzeug geparkt war. Tesla konterte mit der Logdatei des Wagens, aus der hervorgeht, dass der Fahrer vor dem Aussteigen die „Summon“-Funktion aktiviert hatte, mit der das Auto aus einigen Metern Entfernung herbeigerufen werden oder in engen Parklücken oder Garagen selbständig einparken kann, ohne dass der Fahrer im Auto sitzt.

Die Summon-Funktion gibt es erst seit Januar und Tesla selbst weist darauf hin, dass sich das System noch in der Beta-Phase befindet. Tesla-Fahrer müssen ihr Fahrzeug deshalb jederzeit im Auge behalten und zum Eingreifen bereit sein. Das war hier nicht der Fall – der Kunde schildert den Vorfall so: Er habe sein Auto hinter einem Anhänger geparkt und sei ausgestiegen. Ein Mitarbeiter eines naheliegenden Geschäftes habe ihn auf den Wagen angesprochen und ihm Fragen dazu gestellt. Er habe sich etwa 20 Sekunden bis eine Minute lang mit dem Mann unterhalten und sei dann mit ihm zusammen in das Geschäft gegangen. Beim Verlassen des Geschäftes fünf Minuten später habe er feststellen müssen, dass das Model S in der Zwischenzeit von allein gegen den Anhänger gefahren sei. Dabei wurde der Wagen beschädigt.

Tesla beruft sich auf Bedienfehler

Nachdem er sich mit Tesla in Verbindung gesetzt hatte, lieferte ihm das Unternehmen die Logdatei seines Autos, aus der hervorgeht, dass er vor dem Aussteigen die „Summon“-Funktion aktiviert hatte und durch ein akustisches Signal und durch Anzeigen auf dem Display darüber informiert worden war. Der Wagen habe sich demnach bereits Sekunden nach dem Aussteigen in Bewegung gesetzt, nicht erst Minuten später wie vom Fahrer behauptet. Er hätte den Vorgang also jederzeit abbrechen können. Der Kunde bestreitet diese Darstellung. Das Verhalten des Wagens sei das Ergebnis der Handlungen des Fahrers gewesen, und die Verantwortung für den sicheren Betrieb liege immer beim Fahrer, heißt es in einem Schreiben von Tesla.

Warum hat das Model S den Anhänger nicht erkannt?

Möglicherweise hat der Mann die Funktion versehentlich aktiviert, doch offen bleibt, warum der Anhänger von den Sensoren des Fahrzeuges nicht wahrgenommen wurde. Zwar warnt Tesla, dass bestimmte Objekte möglicherweise nicht erkannt werden, wie zum Beispiel schmale Fahrräder oder Objekte, die niedriger sind als das Armaturenbrett. Auf den Anhänger dürften diese Einschränkungen jedoch eher nicht zutreffen, so dass die Frage bleibt, warum die Sensoren  den Anhänger nicht erfasst haben. Vorerst bleibt Tesla-Besitzern nur, bei der Nutzung der Funktion besonders vorsichtig zu sein und alle Sicherheitshinweise zu beachten. Die Funktion sollte laut Tesla übrigens nur auf Privatgrundstücken und nicht auf öffentlichen Straßen genutzt werden.

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Quellen / Weiterlesen:
Tesla Model S autonomously crashes into a parked trailer while in Summon mode | The Verge
USA: Tesla-Kunde behauptet, sein Tesla Model S sei selbstständig gegen einen Anhänger gefahren | TeslaMag.de
Driver whose Tesla Model S crashed while using Summon was breaking all the rules | The Verge
Bildquelle: Tesla Motors

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Heiße Kiste das.

    Shit happens. Erinnert mich an die Audi-Vorfälle („Vorsprung durch Technik“), als Audis sich angeblich von selbst bewegt hatten: Vorsprung durch (für Amerikaner) zu kleines Bremspedal, Crash an der Garagenwand.

    Da muss Tesla auf jeden Fall nachbessern. Tun sie wohl auch. Alles Andere wäre zutiefst dämlich.

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