19Der britische Konzern Dyson ist vor allem für Staubsauger bekannt. Nun will Dyson neue Märkte erschließen: 2020 soll das erste Elektroauto des Haushaltsunternehmens auf den Markt kommen. Die Herstellung eines PKW ist teuer und kompliziert, was Dyson nicht schreckt: Umgerechnet 2,66 Milliarden Euro sollen in die Entwicklung des Elektrofahrzeuges fließen, das 50 bis 100 Prozent mehr Reichweite als aktuelle Modelle liefern soll.

Dyson will eine effizientere Festkörperbatterie bauen

Dyson setzt dabei auf eine neue Batterietechnik. Mit Akkus hat das Unternehmen Erfahrung und arbeitet an zwei Akkutypen, die effizienter als die aktuell eingesetzten Batterien sein sollen. Dabei handelt es sich um Festkörperbatterien, an denen auch andere Hersteller bereits arbeiten. Sie sind besonders temperaturbeständig, sicher und haben eine höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien. Dyson arbeitet nun nach eigener Aussage an neueren, effizienteren Festkörperbatterien.

Kann ein Staubsaugerunternehmen innerhalb von 3 Jahren ein neues Fahrzeug entwickeln?

Bis auf den Motor existiert vom geplanten Fahrzeug noch nichts, doch bei Dyson ist man zuversichtlich, dass sich der Zeitplan halten lässt und das Elektroauto in drei Jahren auf den Markt kommt. In der Industrie herrschen Zweifel, ob dies machbar ist: Etablierte Autokonzerne investieren nicht nur deutlich höhere Summen in die Entwicklung neuer Fahrzeuge, sie planen auch mit einer deutlich längeren Entwicklungszeit. Und das, obwohl bei ihnen die gesamte Infrastruktur und Erfahrung für die Autoherstellung bereits vorhanden ist. Dyson hingegen will nicht nur alles im Alleingang stemmen, sondern ist auch überzeugt, dass Erfahrung überschätzt wird. Die Autoindustrie säße auf der Infrastruktur und dem Know-how von gestern, so Dyson-Geschäftsführer Max Conze. Es gäbe sehr wenig übertragbares Wissen beim Bau von Verbrennungsmotoren hin zum Bau von E-Motoren. Sein Unternehmen werde von der vorhandenen Erfahrung mit Batterien, effizienten Motoren und Luftströmung profitieren. Mehr als 400 Mitarbeiter sollen bereits an dem Projekt arbeiten.

An ähnlichen Vorhaben sind schon andere gescheitert

Da Elektroautos einfacher zu entwickeln und herzustellen sind als herkömmliche Fahrzeuge, haben sich schon mehrere branchenfremde Unternehmen an einem Elektroauto versucht. Bis auf Tesla konnte sich bisher kein Startup auf dem Markt etablieren, obwohl mehrere Unternehmen Prototypen vorgestellt haben. Das prominenteste Beispiel ist wohl Faraday Future: Das ehrgeizige Startup wollte mit einem elektrischen Supersportwagen Tesla den Rang ablaufen, inzwischen gibt es immer wieder Schlagzeilen über finanzielle Nöte und die bevorstehende Insolvenz. Ein Massenmodell gibt es aus dem Hause Faraday Future bis heute nicht.

Details über das eigene Fahrzeug will Dyson nicht bekanntgeben, mit Verweis auf den starken Wettbewerb in der Branche. Ein Sportwagen soll es jedoch nicht werden. Hergestellt werden soll das Auto wahrscheinlich in Asien.

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Quellen / Weiterlesen:
Warum Dyson ein eigenes Elektroauto baut | ecomento.de
In building an electric car, Dyson goes its own way | Wired
Dyson: industry experts cast doubt on electric car project | The Guardinan
James Dyson to invest £2.5bn on ‚radically different‘ electric car | The Guardian
Vacuum Company Dyson to Launch Electric Car by 2020 | Learning English
Bildquelle: © Dyson

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Ajaz Shah

Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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